VARIA: Followership im pädagogischen Feld braucht Erfahrung. Ein Vergleich von obligatorischen und berufsbildenden Schulen

Kirsten Schweinberger und Brigitte Huber

Die höhere Gestaltungsfreiheit für die Volksschulen1 im Zuge der Teilautonomisierung geht gleichzeitig mit einer grösseren Verantwortung für die Schul- und Unterrichtsqualität einher. Hierbei spielen Lehrpersonen eine zentrale Rolle: Sie müssen in ihrer Rolle als Mitarbeitende Commitment mit den Zielen der Schule und den Entscheidungen der Schulleitung zeigen, aktiv Verantwortung für die Unterrichts- und Schulentwicklung übernehmen sowie stärker im Team kooperieren als es bis anhin üblich war.
Anders als in Volksschulen sind Lehrpersonen an Berufsfachschulen stärker mit der Follower-Rolle vertraut. Zum einen ist an Berufsfachschulen bereits seit längerem eine administrativ-organisatorische Führung etabliert, die die pädagogische Leitung, die Personalführung sowie die Schul- und Qualitätsentwicklung verantwortet. Zum anderen verfügen Lehrpersonen an Berufsfachschulen zwingend über einen Stammberuf mit entsprechender Berufserfahrung und sind demnach auch in diesem Zusammenhang bereits mit der Follower-Rolle vertraut.
Der vorliegende Beitrag untersucht, wie sich der unterschiedliche Erfahrungshintergrund von Volks- bzw. Berufsfachschullehrpersonen mit der Follower-Rolle auf die selbstberichteten Follower-Attribute einerseits und das Verständnis von guten Mitarbeitenden anderseits auswirkt. Betrachtet werden in diesem Zusammenhang die Attribute Commitment, Aktiver Beitrag für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie Kooperation im Team.
Befunde zu Gruppenunterschieden in der selbstberichteten Ausprägung an Commitment und Kooperation sowie im Verständnis von guten Mitarbeitenden und deren Implikationen für die Schulpraxis und Forschung werden diskutiert.

Schlagworte: Followership, obligatorische Schule , berufsbegleitende Schule