Interne Effizienz von Bildungssystemen

Dieter Dohmen

Der Beitrag untersucht die wesentlichen Bestimmungsfaktoren für die Effizienz von Bildungssystemen und Möglichkeiten zu deren Verbesserung. Ausgehend von einer Analyse der individuellen Interessen der am Bildungssystem unmittelbar beteiligten Personengruppen werden auf drei Ebenen die Zusammenhänge untersucht, die die Effizienz von Bildungssystemen determinieren können. Hierzu zählen Input- und Outputfaktoren im Sinne einer Bildungsproduktionsfunktion, organisatorische Rahmenbedingungen und neue Finanzierungsmodelle, die auf eine stärkere Ausrichtung auf Wettbewerb und Markt setzen.

Betrachtet man die vorliegende empirische Evidenz, dann scheint eine ausschliessliche Ressourcenerhöhung wenig Einfluss auf Schülerleistungen zu haben. Erfolgversprechender dürften Reallokationen der vorhandenen Ressourcen zugunsten von Sachmitteln oder die Einführung eines leistungsorientierten Vergütungssystems, vor allen Dingen aber strukturelle Massnahmen sein. So sind etwa zentrale Prüfungsverfahren mit signifikant besseren Schülerleistungen verbunden. Gleiches gilt auch für dezentrale Prozess- und Personalverantwortung. Die Übertragung der vollständigen Budgetverantwortung auf die Bildungseinrichtungen führt jedoch eher zu schlechteren Schülerleistungen, da Ressourcen vor allen Dingen zugunsten der Lehrerinteressen eingesetzt werden.

Höchst umstritten sind die Effekte von Bildungsgutscheinen und anderen wettbewerbsfördernden Finanzierungsinstrumenten. Betrachtet man die Ergebnisse von Evaluationen entsprechender Modelle, dann ist die Leistungssteigerung bei den Schülern weniger ausgeprägt als viele Befürworter behaupten. Allerdings kommen die meisten Studien zu einem leicht positiven Zusammenhang, der durch weitergehende strukturelle Reformen verbessert werden könnte. Hierzu zählen die strukturellen Rahmenbedingungen ebenso wie modellimmanente Veränderungen (differenziertere Fördermechanismen) sowie insbesondere Beratung und Information. Durch eine solchermassen ausgestaltete und im übergreifenden Zusammenhang strukturierte Reform werden die Anreize für alle Beteiligten in eine leistungssteigernde Richtung modifiziert. Werden nur Teillösungen realisiert, dann ist zu erwarten, dass die Effizienzsteigerungen weniger stark sind.