| Das Feld der Bildungsforschung
befindet sich in einem starken Entwicklungsprozess: Zahlreiche
Forschungsinstitute sind neu entstanden oder werden umstrukturiert
und müssen steigenden Qualitätsansprüchen genügen.
Angesichts zunehmender Internationalisierung der Forschung
müssen sich die Institutionen über die Grenzen hinweg
vernetzen, gleichzeitig aber weiterhin auf lokale und nationale
Probleme Antwort geben.
Es entwickeln sich neue Forschungsgegenstände und -methoden,
zum Teil auch weil verwandte Disziplinen (Soziologie, Psychologie
und Wirtschaftswissenschaften) in diesem Feld arbeiten. Zudem
verlangen die neuen Technologien eine grössere Präzision
und Technisierung oder eine Erneuerung der Forschungsmethoden.
Die Neugestaltung der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung und
das starke Interesse an der Erwachsenenbildung ausserhalb
der traditionellen Institutionen stellen ebenfalls neue Anforderungen
an die Bildungswissenschaften.
Sollen diese Herausforderung bewältigt
werden, kommen die Bildungswissenschaften nicht umhin, eine
qualitativ hochstehende Forschung zu entwickeln, die nicht
nur an fremdbestimmten Effizienzstandards gemessen werden
kann. Eine solche Forschung kann nur entstehen, wenn sich
die Bildungswissenschaften konsolidieren und von ihren Ansprechpartnern
innerhalb und ausserhalb des wissenschaftlich-akademischen
Umfeldes – auf nationaler und internationaler Ebene
– als vollwertige Disziplin anerkannt werden.
Diese Überlegungen haben die Schweizerische Gesellschaft
für Bildungsforschung (SGBF) anfangs des 21. Jahrhunderts
zu einer Neukonzeption ihrer vor 20 Jahren gegründeten
Zeitschrift veranlasst. Das neue Konzept vertritt die Idee
einer anspruchsvollen wissenschaftlichen Publikation, deren
vorrangige Aufgabe darin besteht, zur Entwicklung und Anerkennung
der Bildungswissenschaften als eigenständiger Disziplin
beizutragen.
Die Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften
will die wissenschaftliche Gemeinschaft stärken, damit
sie in angemessener Weise alle Anforderungen bewältigen
kann, die an die Bildungswissenschaften gestellt werden.
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