Der vorliegende Artikel
stellt die wesentlichen Erkenntnisse aus einer regionalen
Studie vor, welche zwischen 2001 und 2005 an den Tessiner
Maturitätsschulen sowie an der Fachhochschule durchgeführt
wurde. In der ersten Phase ging es primär darum, das
vorhandene quantitative und qualitative Potenzial der Maturanden
aus Berufsschule und Gymnasium im Hinblick auf die Einführung
der Informatikfakultät an der Università della
Svizzera Italiana (USI) zu evaluieren. In der zweiten Phase
wurde der Fokus auf die Berufsmaturität einschliesslich
eines Vergleichs mit der gymnasialen Maturität gerichtet:
Anhand einer Gesamterhebung wurde u.a. der Frage des Kompetenzprofils
der Maturanden und der Unterschiede je nach Studienrichtung
nachgegangen. Neben qualitativen Interviews mit den Lehrpersonen,
Fragebögen sowie Leistungs- und Intelligenztests wurde
eigens ein spezifisches Instrument zur Erfassung kultureller
Kompetenzen entwickelt. Die Ergebnisse zeigen für die
Berufsschulmaturanden ein durchzogenes und ambivalentes Bild:
Sie weisen in einigen Kompetenzbereichen Ressourcen auf,
die durchaus mit den Gymnasiasten vergleichbar sind, etwa
ihr kognitives, «sprachunabhängiges» Intelligenzpotenzial.
Hingegen sind im Bereich der sprachlichen und kulturellen
Ressourcen deutliche Defizite erkennbar. Vergleicht man die
Berufsmaturitätsrichtungen, so sind Schwierigkeiten
v.a. bei den Absolventen der kaufmännischen Berufsmatura
auszumachen. |