Schulklassen unterscheiden
sich in ihrem Leistungsniveau. Für Schüler/-innen
hat der unterschiedliche Kontext Auswirkungen: Nicht nur
das Selbstkonzept wird von der Referenzgruppe beeinflusst
(Big-Fish-Little-Pond-Effekt), auch Lehrkräfte können
bei der Notengebung solchen Referenzgruppeneffekten unterliegen.
An 1’256 Kindern wurde der Einfluss der Referenzgruppe auf die Benotung
am Ende der 3. Klasse überprüft. Unter Berücksichtigung des Klassenleistungsniveaus
wurde die Leistung der Kinder in Lese- und Rechtschreibtests zur Benotung durch
die Lehrkraft in Beziehung gesetzt.
Die Ergebnisse zeigen nicht den erwarteten
Referenzgruppeneffekt: Der individuelle Leistungsstand hat größeren Einfluss
auf die Benotung als das Klassenleistungsniveau. Mögliche
Ursachen sowie das grundsätzliche Problem, wie stark das
Klassenleistungsniveau in den Noten berücksichtigt werden
muss, werden diskutiert.
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