| |
Im Rahmen der aktuellen
gesellschaftlichen Modernisierungsprozesse ist auch die Genderperspektive
auf eine neue Weise in das Blickfeld sozialwissenschaftlicher
wie politischer Diskussionen gerückt. So wurde durch den
Amsterdamer Vertrag von 1998 die Umsetzung von Gender Mainstreaming,
und damit die Gleichstellung von Männern und Frauen in
allen Lebensbereichen, zur offiziellen Richtlinie europäischer
Politik (Bergmann & Pimminger 2004). In Deutschland sind
jedoch in allen wichtigen gesellschaftlichen Bereichen Frauen
in Führungspositionen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert.
Dies gilt auch für den Bereich der Schule als einem für
die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung besonders
sensiblen Handlungsfeld. Es erscheint daher sinnvoll und von
allgemeinem gesellschaftlichem Interesse, die Situation von
Frauen in pädagogischen Führungspositionen einmal
vor dem Hintergrund der traditionellen Strukturen im Schulwesen
zu erfassen und auf diese Weise den Blick auf eine von der Führungsforschung
bislang eher „wenig beachtete Teilgruppe innerhalb der
gerne beleuchteten Gruppe der Führungsfrauen“ (Kansteiner-Schänzlin
2004, S. 7) zu lenken. Was hindert Frauen daran, eine pädagogische
Führungsposition anzustreben? Und welche Erfahrungen haben
Frauen auf ihrem Weg in eine pädagogische Führungsposition
gemacht? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des folgenden Beitrags,
der zu diesem Thema ausgewählte Ergebnisse eines transatlantischen
Forschungsprojekts präsentiert. In den angloamerikanischen
Ländern besitzt die Diskussion der "Qualities of Leadership"
bereits eine lange Tradition. Ein Aufgreifen dieser Thematik
in einem internationalen Rahmen ermöglichte daher interessante
Perspektiven der kulturvergleichenden Analyse und Kooperation. |
|