Seit Beginn der neunziger
Jahre und wegen der immer größeren Anfrage seitens
der verantwortlichen Politiker des Bildungswesens verfolgen
die internationalen Survey-Studien in den Erziehungswissenschaften
ein zusätzliches Ziel zu dem der traditionellen Veröffentlichung
von Tendenz – Indikatoren: das Erheben von Indikatoren
der Leistungsentwicklung bei Schülern.
Dies zeigt sich deutlich in folgenden Studien: Programme International
de Suivi des Acquis des élèves (PISA), Progress
International Reading Literacy Study (PIRLS), Trends International
Mathematics and Science Study (TIMSS).
Obschon der Unterschied von 10 Punkten auf einer Skala mit
einer Standardabweichung, die generell per Konvention auf 100
festgelegt wird, nichts an der pädagogischen Interpretation
der Resultate für eine einzelne Datenerhebung ändert,
erhält ein solcher Unterschied eine ganz andere pädagogische
und politische Dimension, wenn sie den Leistungsunterschied
zwischen zwei Datenerhebungen darstellt.
Um gültig zu sein, setzt dieser diachronische Vergleich
voraus, dass die Methodologie, im weiten Sinne, perfekt identisch
für beide Datenerhebungen ist oder dass eventuelle methodologische
Veränderungen den zeitlichen Vergleich nicht beeinflussen.
Diese
Annahme wird im Folgenden anhand einiger Beispiele größtenteils
aus der Pisa-Studie mit der empirischen Wirklichkeit konfrontiert
und belegt wie wichtig es ist, Tendenz-Indikatoren mit großer
Vorsicht zu interpretieren.
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