| |
Der institutionelle Diskurs
zum mehrsprachigen Unterricht ist in der Schweiz relativ jung,
er entwickelte sich während der 1980er-Jahre, auch wenn
es gewisse Formen mehrsprachigen Unterrichts schon viel länger
gibt. Heute existiert eine grosse Vielfalt von Modellen, in
Bezug auf den Beginn des mehrsprachigen Unterrichts, den zeitlichen
Aufwand in der L2 oder L3, eine obligatorische oder fakultative
Teilnahme, oder die Zielsprachen. Die späten Modelle werden
weniger kontrovers diskutiert und weniger häufig in Frage
gestellt; sie werden eher mit Professionalisierung in Zusammenhang
gebracht, welche die Kultur und Identität der Studierenden
nicht mehr tangiert. Einerseits ist die Evaluation der Sprach-
und Fachkompetenzen wichtig, anderseits lässt die Beobachtung
der plurilingualen Praxis, des Wissenserwerbs und der Entwicklung
der Interimsprache wichtige Schlüsse zu. Evaluationen und
Begleitforschung haben gezeigt, dass eine gute Vorbereitung
der Projekte Massnahmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit, eine
breite Akzeptanz und eine adäquate Ausbildung der Unterrichtenden
unabdingbar sind. |
|